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Wenn der Anblick des Kontostandes zum Herzstillstand führt

Mittwoch, den 3. Februar 2010

Manch einem kann es beim betrachten des eigenen Kontoauszuges sicherlich schlecht werden, aber wer rechnet denn gleich damit, dass er wiederbelebt werden muss? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich kürzlich in einer Kölner Sparkassenfiliale einen „Defibrillatoren“ an der Wand, direkt neben dem Bankautomaten entdeckte (siehe Foto). Für alle, die nicht regelmässig George Clooney im ER (Ermergency Room) gesehen haben, sei erklärt, dass „Defibrillatoren“ die Dinger sind, mit denen die Ärzte versuchen die Patienten mit dem Kampfspruch „Weg vom Bett“ wiederzubeleben.

Aber Spass beiseite. Die Sache ist ernst.

Worauf ich hinaus will ist hier die höchst lobenswerte Initiative der Kölner zu beschreiben. Seit einiger Zeit hängen nämlich an bestimmten Ort in Köln diese „Defibrillatoren“. Ziel der Aktion „defiköln“ ist es, die sogenannte Prognose von Patienten mit plötzlichem Herz-Kreislaufstillstand durch Einbeziehung auch von Laienhelfern nachhaltig zu verbessern.

Denn „… allein im Kölner Stadtgebiet wird der Rettungsdienst jährlich zu etwa 800 bis 1.000 „pulslosen“ Patienten gerufen, von denen erfahrungsgemäß nur maximal 20% das Ereignis überleben. Grund für die schlechte Prognose sind die irreversiblen Organ- und Hirnschäden, die bereits 3 bis 5 Minuten nach dem Herzstillstand eintreten. Das Zeitfenster für effektive Hilfe ist somit denkbar kurz, für das Eingreifen von Notärzten und geschultem Rettungspersonal in der Regel zu kurz. Pro Minute anhaltender Herzrhythmusstörungen bzw. nicht erfolgter Wiederbelebungsmaßnahme sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10%.  Lebensrettend ist in dieser Situation einzig und allein die Laienreanimation einschließlich der Laiendefibrillation mit Hilfe halbautomatischer Defis. …“ (Zitat aus der Webpage von defikoeln.de)

Eine sehr gute Initiative. Finden kann man die Defis in den Foyers aller Kölner Geschäftstellen der Sparkasse KölnBonn, in den Infopoints aller Kliniken des Kölner Infarkt Modells (KIM) (mit Ausnahme des St. Elisabeth-Krankenhauses), in der Zentrale von NetCologne, sowie in den Sicherheitskontrollbereichen des Flughafens Köln-Bonn.