Archiv der Kategorie ‘Warenhäuser‘

Ein Stück Frieden bei Karstadt

Freitag, den 2. Januar 2009

Wenn Sie bei Karstadt Sport etwas der Marke Alex Athletics kaufen, dann erstehen Sie nicht nur ein Kleidungsstück für Ihren Kleiderschrank, sondern gleich ein Stück für Ihren persönlichen Frieden. Lesen Sie sich bitte den Text auf den Anhänger durch. Fehler gefunden? Ich habe lange darüber nachgedacht, ob es ein Schreibfehler oder ein Marketingclaim sein soll.

Ich denke, es war so: 1.) Die Werbeagentur bekommt die Aufgabe die Produktverpackung zu designen. Alle in Deutschland sind sich einig, wie es aussehen soll und was drauf stehen soll. 2.) Der Produzent in Asien, Italien oder wo auch immer bekommt eine E-Mail mit dem Text, den er drucken soll. 3.) Jemand bei Karstadt hat noch eine bessere Idee für einen Claim und entscheidet, dass “… bevorzugtes Kleidungsstück…” besser klingt als die erste Version der Werbeagentur - tut es ja auch. 4.) Jemand ruft den Lieferanten an und gibt per Telefon “… [piess of klosing] …” durch und geht davon aus, dass alles korrekt rüber kommt. Was nicht so ist. 5.) Die Labels kommen in Deutschland an, werden mit der Ware konfektioniert und keiner guckt richtig hin. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein.

Was lernen wir daraus? Es gibt tatsächlich Kunden, die diese Labels lesen. Und das sollte jeder Unternehmer im Hinterkopf behalten. Übrigens ist die Qualität von Alex wirklich sehr gut - meiner Meinung nach.

Kaufaktion mit Kundenbindungspotenzial

Dienstag, den 2. Dezember 2008

Das Kaufhaus Ansons hat derzeit eine von diesen “Buy-one-get-one-free” Aktionen. Konkret heisst dieses, dass man drei Teile erwirbt von denen man aber nur zwei bezahlt. Klar, den preiswertesten Artikel bekommt man geschenkt. Was muss man dafür tun? Natürlich einen Antragsbogen mit persönlichen Daten ausfüllen und schon ist man “Insider”, kann an Aktionen teilnehmen bekommt Post oder Newsletter und andere Kundenbindungsmittel. Ich habe mir also drei Teile ausgesucht, wovon bei einem Schal (der vermeintlich günstigste Artikel in meinem Warenkorb) das Preisschild fehlte. Während die Verkäuferin den Preis in Erfahrung brachte habe ich über mein Limit nachgedacht und entschied, dass mir meine Adresse 18 Euro Wert ist. Ist der Schal billiger als 18 Euro, kaufe ich ihn, ist er teurer, mache ich mit und nehme ihn als Geschenk mit.

Interessant wurde es aber erst, als ich während meiner Wartepause mir noch einen weiteren Pulli aussuchte und mir dann folgende Frage stellte: Was passiert, wenn ich statt drei nun vier Teile kaufe? Wird das billigste Teil zum Geschenk oder das zweitbilligste Teil? Bei mir lagen 10 Euro zwischen beiden Teilen. Die Verkäuferin wusste es auch nicht und so waren wir beide gespannt, was passieren würde. Ich bin positiv überrascht worden. Bei Ansons war jemand so schlau, das System so zu programmieren, dass der dritte Artikel kostenlos dazu gegeben wird, egal ob man noch einen weiteren, billigeren Artikel dabei hat oder nicht - zumindest war das bei mir so. Jetzt habe ich vier Teile, die ich eigentlich gar nicht kaufen wollte, aber ich etwas dazu gelernt. Ach ja, der Schal kostete übrigens 29 Euro.