Monatsarchiv für Dezember 2008

Service “erster Sahne” bei Heinemann

Samstag, den 27. Dezember 2008

Den besten Kuchen in Düsseldorf bekommt man zweifelsfrei bei der Konditorie Heinemann. Der Laden ist immer voll, weil die Auswahl gross ist, die Qualität erstklassig und die Bedienungen nett und adrett gekleidet sind (übrigens alle einheitlich). Ausserdem haben sie dort diese von Weitem erkennbaren und über die ganze Kö leuchtenden grünen Einkaufstüten, in denen sie die guten Stückchen verpacken. Kenner wissen das. Aber was mich heute begeistert hat, war ein Beileger, der beim Kuchen in besagter grüner Tüte lag. Mit dem Text tat man nichts Geringeres, als sich zu bedanken, dass der ich (also der Kunde) bereit war für den Heinemann Kuchen ein bisschen Zeit und gelassene Heiterkeit mitzubringen, wenn es im Laden mal ein bisschen voller und hektischer zuging. Ich finde das deshalb bemerkenswert, weil wir hier über Kuchen und Kekse sprechen - nicht etwa über Autos, Häuser oder Yachten. Wir sprechen also über etwas, das man mag, wegen dessen man gerne wartet und sich darauf freut - also eigentlich nicht der Rede wert. Aber, wann haben Sie das letzte mal erlebt, dass sich Ihr Autoverkäufer oder Werkstattmeister bei Ihnen bedankt hat, dass Sie gewartet haben? Wann hat sich je ein Arzt bei Ihnen wegen zwei Stunden Wartezeit bedankt? Stellen Sie sich vor, Heinemann würde eine Autovermietung, eine Zahnarztpraxis oder eine Fluglinie betreiben? Das wäre dann Service “erster Sahne”. Übrigens ist der Kuchen auf dem Bild die “Champagner Royal Torte” von Heinemann  - meine zweite Wahl. Am besten ist definitiv die “Florentiner Kirsch”, aber die war heute leider schon ausverkauft.

Bei Hussel ist am 15.12. Weihnachten

Montag, den 15. Dezember 2008

Heute ist der 15. Dezember und heute ist Weihnachten! Woher ich das weiss? Daher, dass ich heute beim Adventskalender das grösste Türchen aufmachen durfte. Und da dieses bekanntlich immer an Heiligabend der Fall ist, muss heute Weihnachten sein. Das gilt zumindest für alle, die, wie ich, einen Adventskalender von der Spitzenmarke Hussel besitzen. Ich habe darüber nachgedacht, warum Hussel die 15 auf die grosse Doppeltür gedruckt hat und die 24 auf ein normales, kleines Türchen. Meine Recherche bei Wikipedia (link) hat nichts ergeben auch nicht bei der Suche in der Historie des Adventskalenders (link). Also denke ich, dass es einfach ein Fehldruck bei Hussel war und sie es entweder nicht gemerkt haben oder es ihnen schlicht egal war. Ich habe mich dazu entschieden, das 24. Türchen heute aufzumachen, weil ich lieber das grosse Schokostück dann an “meinem” heiligen Abend (also dem normalen Kalender nach am 24. Dezember und dem Hussel Kalender nach am 15.) esse als heute. So gesehen habe ich nun doch heute schon Weihnachten.

Schwächeanfall beim Mercedes Lenkrad

Dienstag, den 9. Dezember 2008

Kürzlich fuhr ich in Düsseldorf in einem Taxi. Nichts aufregendes. Schönes Auto. Ein Mercedes W211. Das klassische E-Klasse Taxi also. Fünf Jahre alt.

Jeder weiss, dass Taxis viel fahren, im Schnitt 80.000 - 100.000km pro Jahr. Man weiss, wie lange die Motoren halten, wie lange die Getriebe, die Sitze etc. Aber wie lange halten eigentlich die am meisten beanspruchten Funktionen in einem Taxi? Bei diesem Modell (siehe mein Foto) gab es deutliche Abnutzungen an den Bedienelementen des Multifunktions-Lenkrads. Geschätzt würde ich meinen, dass diese Tasten all 20 Sekunden gedrückt werden, macht bei 12 Stunden effektiver Betriebszeit, 365 Tagen pro Jahr und fünf Jahren Taxialter = 3.9 Mio. Fingerkontakte. Ich kann nicht sagen, wann die Bedienelemente ihre Farbe verloren haben, aber dieses Combi-Instrument des Taxi-Mercedes ist aus meiner Sicht ein gutes Beispiel, dass B2B und B2C andere Kundenanforderungen haben. Mir ist dieses Detail allerdings zum ersten mal aufgefallen. Vielleicht kennt ja jemand einen Taxifahrer, der meine Beobachtungen kommentieren kann.

Kaufaktion mit Kundenbindungspotenzial

Dienstag, den 2. Dezember 2008

Das Kaufhaus Ansons hat derzeit eine von diesen “Buy-one-get-one-free” Aktionen. Konkret heisst dieses, dass man drei Teile erwirbt von denen man aber nur zwei bezahlt. Klar, den preiswertesten Artikel bekommt man geschenkt. Was muss man dafür tun? Natürlich einen Antragsbogen mit persönlichen Daten ausfüllen und schon ist man “Insider”, kann an Aktionen teilnehmen bekommt Post oder Newsletter und andere Kundenbindungsmittel. Ich habe mir also drei Teile ausgesucht, wovon bei einem Schal (der vermeintlich günstigste Artikel in meinem Warenkorb) das Preisschild fehlte. Während die Verkäuferin den Preis in Erfahrung brachte habe ich über mein Limit nachgedacht und entschied, dass mir meine Adresse 18 Euro Wert ist. Ist der Schal billiger als 18 Euro, kaufe ich ihn, ist er teurer, mache ich mit und nehme ihn als Geschenk mit.

Interessant wurde es aber erst, als ich während meiner Wartepause mir noch einen weiteren Pulli aussuchte und mir dann folgende Frage stellte: Was passiert, wenn ich statt drei nun vier Teile kaufe? Wird das billigste Teil zum Geschenk oder das zweitbilligste Teil? Bei mir lagen 10 Euro zwischen beiden Teilen. Die Verkäuferin wusste es auch nicht und so waren wir beide gespannt, was passieren würde. Ich bin positiv überrascht worden. Bei Ansons war jemand so schlau, das System so zu programmieren, dass der dritte Artikel kostenlos dazu gegeben wird, egal ob man noch einen weiteren, billigeren Artikel dabei hat oder nicht - zumindest war das bei mir so. Jetzt habe ich vier Teile, die ich eigentlich gar nicht kaufen wollte, aber ich etwas dazu gelernt. Ach ja, der Schal kostete übrigens 29 Euro.